Das Problem

Massive Naturzerstörung durch Flächenfraß

Die extreme Verbauung unseres Landes zerstört unsere Umwelt, beschleunigt die Klimakrise und belastet die Gesundheit der Menschen. Lebensraumzerstörung, Artensterben, Verlust unserer Lebensgrundlage, Überhitzung der Städte und eine immer größere Verkehrslawine sind nur einige der Folgen des Flächenfraßes.

13 Hektar pro Tag: So viel Fläche wird in Österreich jeden Tag verbaut. Für hunderte Einkaufszentren, eines der dichtesten Straßennetze Europas, unkontrollierte Zersiedelung, Speicherteiche und Staudämme opfern wir unsere Natur und unsere Lebensgrundlage.

Boden schützen, Flächenfraß stoppen, Naturjuwele erhalten

Verbauungswut mit fatalen Folgen

Der verschwenderische Umgang mit Boden ist eine der größten Gefahren für unsere Natur und wird für Menschen zu einem immer größeren Gesundheits- und Sicherheitsrisiko. Die biologische Vielfalt und die Lebensräume sind massiv gefährdet, die überlebenswichtigen Bodenfunktionen gehen verloren und durch die Verbauung wird die Klimakrise noch zusätzlich angeheizt.

Artenvielfalt und Lebensräume in Gefahr

Eine von drei heimischen Tier- und Pflanzenarten ist vom Aussterben bedroht. Nicht nur seltene, scheue und raumbedürftige Arten wie Seeadler oder Luchs geraten in Bedrängnis. Auch vertraute Arten wie Feldhamster, Mehlschwalbe oder Wechselkröte sind gefährdet. Diese Tiere waren früher häufig in unserer Kulturlandschaft zu sehen. Aber ihre Populationen leiden massiv unter der Verbauung und Zerschneidung der Lebensräume. Es wird still im Land.

Der zunehmende Straßenbau zerschneidet ihre Lebensräume, täglich pflastern neue Parkplätze, Ferien-Apartments und Betriebsgelände die Landschaft zu. Die ohnehin schon stark verbauten Flüsse sind durch weitere geplante Kraftwerke massiv bedroht. Zwei Drittel der Lebensraumtypen und Biotope sind laut EU-Bericht (FFH-Richtlinie) in einem “ungünstigen” oder “schlechten” Erhaltungszustand. Unsere Tiere und Pflanzen verlieren ihren Lebensraum unter der Betonflut.

Eurpäischer Feldhamster © Christoph Roland

Regenwurm Istock © Photographyfirm

Überlebenswichtige Bodenfunktionen gehen verloren

Unsere Ernährung hängt genauso von intakten, fruchtbaren Böden ab wie unser Zugang zu Trinkwasser, zu sauberer Luft, zur Abkühlung im Sommer sowie dem Schutz vor Hochwasser und anderen Naturkatastrophen. Nicht zuletzt ist eine intakte Natur auch Erholungsraum und ein zentraler Faktor für die seelische Gesundheit sowie ein Teil der kulturellen Identität.

Die sogenannten “Ökosystemleistungen” sind die für uns überlebenswichtigen Bodenfunktionen, auf die wir Menschen angewiesen sind. Bereits jetzt verlieren wir viele dieser Leistungen der Natur. Und je mehr wir verbauen, desto schneller dreht sich die Spirale. Der massiv überhöhte Bodenverbrauch wird für die Menschen zunehmend zum Sicherheits- und Gesundheitsrisiko.

Klimakrise wird befeuert

Die starke Verbauung verschlimmert die Klimakrise zusätzlich: Durch Abwanderung von Einzelhandel, Produktionsstätten und Wohngebieten an den Ortsrand sind die Menschen vom Auto abhängig. Dadurch steigen die Treibhausgasemissionen und die Klimaziele rücken in weite Ferne.
Der Flächenfraß verschlimmert zudem die bereits jetzt spürbaren Folgen der Klimakrise. Unverbautes Grünland, intakte Wälder und naturnahe Feuchtgebiete und Gewässer sind die größten Klimaanlagen Österreichs. Zubetonierter Boden wird jedoch zu einem Backofen und damit gerade im städtischen Bereich zunehmend zur Gesundheitsgefahr, vor allem für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.

naturstattbeton Favoriten (c) © Christian Lendl

Land der Bagger, baustellenreich

Österreich wird zubetoniert

Fast ein Fünftel der bewohnbaren oder landwirtschaftlich geeigneten Fläche Österreichs ist bereits verbraucht. Allein im Jahr 2019 wurden 4.400 Hektar verbaut und versiegelt.

Laut Umweltbundesamt bedeutet Bodenverbrauch „den dauerhaften Verlust biologisch produktiven Bodens durch Verbauung und Versiegelung für Siedlungs- und Verkehrszwecke, aber auch für intensive Erholungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Kraftwerksanlagen und ähnliche Intensivnutzungen.“ Rund 41 Prozent der „verbrauchten“ Fläche sind versiegelt, also mit einer wasserundurchlässigen Schickt wie Beton oder Asphalt überzogen.

 

naturstattbeton Baustelle © Christian Lendl

naturstattbeton Baustelle Hagenbrunn © Christian Lendl

Wachsender Flächenfraß

Der Flächenfraß wächst deutlich schneller als die Bevölkerung: Allein in den Jahren 2001 bis 2018 ist der Bodenverbrauch um 26 Prozent gestiegen, die Bevölkerung aber nur um 9,9 Prozent.

 

Intakte Natur am Rückzug

Nur mehr rund sieben Prozent der Landesfläche sind als „sehr naturnah“ einzustufen. Die naturbelassenen Flächen liegen mehrheitlich im Hochgebirge – und selbst diese werden nicht verschont: durch Schigebiets-Erweiterungen, Speicherteiche, Kraftwerks-, Straßen- und Leitungsbau.

Pitztal Bauarbeiten am Gletscher © WWF Vincent Sufiyan

naturstattbeton Speicher Finstertal © Bettina Urbanek

Verbaute Flüsse

Mehr als 5.200 Wasserkraftwerke verbauen Österreichs Flüsse, von denen laut Umweltministerium nur noch 15 Prozent in einem ökologisch guten Zustand sind. 60 Prozent sind sanierungsbedürftig.

Land der Einkaufstempel

Rund 260 Fachmärkte und Einkaufszentren machen Österreich zum Land der Shoppingcenter, von denen viele auf der grünen Wiese errichtet werden. Die Anzahl hat sich allein in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Mit 1,62 Quadratmetern Einkaufsfläche pro Kopf liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld.

naturstattbeton Einkaufszentrum © Christian Lendl

Wien Tangente © Christian Lendl

Dichtes Straßennetz

Mit einer Gesamtstrecke von rund 127.000 Kilometern umspannt Österreichs öffentliches Straßennetz mehr als dreimal die ganze Erde am Äquator. Autobahnen,Schnellstraßen, Landstraßen zerschneiden Lebensräume, der Autoverkehr verursacht einen massiven CO2-Ausstoß.

Boden schützen, Flächenfraß stoppen, Naturjuwele erhalten